Geographie

Die Republik Island ist mit einer Fläche von rund 103.000 km² (Landfläche: 100.250 km², Wasserfläche: 2750 km², mit Fischereizone 758.000 km²) nach dem Vereinigten Königreich der zweitgrößte Inselstaat Europas und die größte Vulkaninsel der Welt. Sie liegt im Nordatlantik, knapp südlich des nördlichen Polarkreises.

Die höchste Erhebung der Insel ist der Hvannadalshnúkur mit 2110 m. Ihr tiefster Punkt liegt auf Meereshöhe. Zahlreiche Gletscher bedecken 11,6 % der Landesoberfläche. Der Grösste von ihnen ist der Vatnajökull mit einer Eiskappe von bis zu 900 m Dicke. Die Landschaft ist einerseits durch Vulkanismus geprägt, andererseits auch durch den Wasserreichtum.

Das Isländische Hochland im Zentrum der Insel bildet eine Periglazial-Wüste und ist nahezu unbewohnt. Die Küstenlinie, deren Länge 4970 km beträgt, ist im Bereich der Fjorde stark zerfurcht.

Klima

Das Klima ist ozeanisch kühl. Die Winter sind vergleichsweise mild und die Sommer eher kühl. Am wärmsten ist es in Island in der Zeit von Mitte Juni bis Ende August. Die Tagestemperaturen schwanken im Mittel zwischen 0 und 3 °C im Winter und zwischen 12 und 15 °C im Sommer. Die Niederschläge betragen bis zu 2000 mm im Jahr. Die geringsten Niederschläge fallen in Island in den frühen Sommermonaten.

Tiere und Pflanzen

Der Polarfuchs ist das einzige Landsäugetier Islands, das schon vor der Ankunft des Menschen hier lebte. Der aus Pelztierfarmen entwichene Mink besitzt auf Island keine natürlichen Feinde und stellt durch sein ausgeprägtes Jagdfieber eine Gefahr für die Vogelwelt dar. An den Küsten, insbesondere im Norden der Insel, kann man Seehunde beobachten. Aber auch Mäuse und Ratten wurden auf Schiffen eingeschleppt.

1771 wurden 13 Rentiere aus Norwegen eingeführt. Heute leben etwa 3000 Tiere dieser Art wild im östlichen Hochland der Insel.

Schafe, wie auch alle anderen Nutztiere, wurden von den nordischen Siedlern bei der Landnahme eingeführt. Die gut markierten Schafe werden bis heute den kurzen Sommer über in Freiheit entlassen. Erst im Herbst werden sie beim Viehabtrieb wieder eingefangen.

Ein besonderes Nutztier ist das Islandpferd. Es beherrscht als eine von wenigen Pferderassen den Tölt, eine schnelle, trittsichere und bequem zu sitzende Gangart, bei der das Pferd immer ein Bein am Boden hat, da es keine Sprungphase gibt. Eine fünfte Gangart, die vor allem bei Zuchtrennen als Königsdisziplin besonderes Interesse genießt, ist der Passgang oder auch einfach Pass beziehungsweise Rennpass genannt.

Island ist berühmt für seine Vogelwelt. Unter den Vögeln verdient der Papageitaucher besondere Erwähnung, der als inoffizielles Wappentier der Insel gilt. An den Vogelfelsen sind unter anderem Trottellummen, Dickschnabellummen, Eissturmvogel, Gryllteisten und auch der Basstölpel anzutreffen. Im Landesinneren trifft man auf den Goldregenpfeifer, das Odinshühnchen, das Thorshühnchen, und auch der Sterntaucher ist an Gletscherseen zu beobachten. Auf den Sandern kann man häufig Skuas und Küstenseeschwalben beobachten, vor deren Angriffen man sich in Acht nehmen muss.

In den isländischen Gewässern leben zahlreiche Walarten, wie zum Beispiel Nördlicher Zwergwal, Blauwal, Finnwal, Seiwal, Buckelwal, Schweinswal, Weißschnauzendelfin, Weißseitendelfin, Grindwal, Schwertwal, Nördlicher Entenwal und der Pottwal.

In den Flüssen und Seen leben Aale, Forellen, Lachse, Stichlinge und Saiblinge, also fast ausschließlich Lachsartige, die teilweise für Wochen und Monate ins Meer wandern.

Auch die Flora Islands ist interessant und weist einige endemische Arten auf. Besonders häufig trifft man unterschiedliche, in verschiedenen Farben wachsende Flechten und Moose an. Die im Juni in großer Menge violett blühenden Lupinen wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt. Sie fixieren mit ihrem dichten Wurzelwerk den tonarmen und dadurch stark der Windverwehung ausgesetzten Mutter- und Wüstenboden und dienen damit der Stickstoffanreicherung und dem Kampf gegen die Erosion. Außerdem wurden Dünengräser gesät, um der Winderosion zu begegnen.

Auffallend ist der Mangel an Wäldern. Zur Zeit der Landnahme war dies anders, etwa 20 Prozent des Landes waren bewaldet. Durch Rodung zur Gewinnung von Weiden, Feuerholz und Holzkohle und die anschließende Beweidung, die Sprösslinge nicht mehr aufkommen ließ, verschwanden diese Wälder jedoch bereits in den ersten Jahrhunderten der Besiedlung.

An warmen Quellen und Bächen stößt man häufig auf eine üppige Vegetation, vorausgesetzt die Beschaffenheit des Bodens lässt diese zu. Die Erdwärme und das auf natürliche Weise aufgeheizte Wasser nutzt man in Island auch für Gewächshäuser. Aus diesem Grund wachsen sogar knapp unterhalb des Polarkreises Bananen – die nördlichsten der Welt –, aber auch verschiedene Schnittblumen und auch Weinreben werden hier gezüchtet.